Liebe Student*innen des Grundschullehramts (BEG),
- Du möchtest dich über die Bedingungen und Perspektiven des Grundschullehramsstudiums austauschen - jenseits von Seminaren und Sprechstunden?
- Du stellst dir Fragen zum Verhältnis von Studium und Schulpraxis?
- Du möchtest über die konkrete Gestaltung und das Erleben des Studiums mit Studierenden und Lehrenden ins Gespräch kommen?
-…
Dann komm‘ ins Forum Studium & Lehre im Grundschullehramt (im Teilstudiengang Bildung, Erziehung und Gesellschaft). Wir wollen unter dem Titel und der Frage: Studieren im Spannungsfeld von ‚Befähigung‘ und Begrenzung – wie und wo partizipative Räume gestalten? mit euch in einen offenen Austausch jenseits der Lehre treten. Hier soll zugehört, diskutiert und gemeinsam nach möglichen Lösungen gesucht werden. Dieses Forum wird in Zusammenarbeit mit Student*innen und dem Arbeitsbereich Pädagogik des Primarbereichs organisiert und ausgerichtet – und lebt von eurer Beteiligung!
Wann? 02.04.2025, 18-20 Uhr
Wo? HEL 167
Wir freuen uns auf dich! Leite diese E-Mail gerne an Interessierte weiter.
Das Organisationsteam (einige Student*innen und der Arbeitsbereich Pädagogik des Primarbereichs)
Mit dem Forum wollen wir einen Raum schaffen, um uns mit Studierenden und Lehrenden außerhalb der regulären Lehrveranstaltungen über die Bedingungen, Erfahrungen, Anregungen und Erwartungen im Lehramtsstudium auszutauschen. Das Forum soll einen regelmäßigen Austausch ermöglichen, um Lehren und Lernen im Lehramtsstudium jenseits von Seminarevaluationen und Prüfungsleistungen zu besprechen, zu reflektieren und eine Verständigung über ‚gelingende Lehr-/Lernprozesse‘ anzustoßen.
(Spiel)Räume dekolonialer Bildung - Interdisziplinäre Perspektiven auf Rassismen unter postkolonialen Bedingungen
Dass Rassismus in gesellschaftliche Strukturen, Institutionen und Praxen tief eingeschrieben ist, wird auch in öffentlichen Diskursen zunehmend thematisierbar. Gleichwohl sind insbesondere die kolonialen Verwobenheiten und die Historizität gegenwärtiger rassistischer Ordnungen, Ausgrenzungsstrukturen und Marginalisierungen selten Teil der öffentlichen Auseinandersetzungen in Deutschland.
Mit der Veranstaltungsreihe möchten wir einen Raum schaffen, um verschiedene Zugänge, Ansätze und damit verbundene (Spiel-)Räume rassismuskritischer und dekolonialer Bildung in der formalen, non-formalen und informellen Bildungspraxis aus interdisziplinären Perspektiven auszuloten und auszudifferenzieren.
Gemeinsam mit Akteur:innen aus Wissenschaft, Bildungspraxis, Bildungsadministration sowie mit zivilgesellschaftlichen Akteur:innen möchten wir in unterschiedlichen Formaten diskutieren. Dabei werden u.a. die Felder Schule, außerschulische Bildungsarbeit, Erwachsenenbildung, Universität fokussiert.
Termine im Frühjahrssemester 2025:
9. April, 16-18 Uhr (c.t.): Noa K. Ha, Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) Berlin: Die europäische Stadt: Postkoloniale Bedingungen nach 1989 im "Neuen Berlin", Raum: HEL 066
Abstract:
Berlin, eine Stadt, die nach dem Kalten Krieg und der Wiedervereinigung Deutschlands wieder Hauptstadt wurde. Um die postkolonialen Bedingungen nach 1989 auszuleuchten, steht im Fokus, wie Fragen von Zugehörigkeit und nationaler Identität durch städtische Symbole und den Zugang zu Ressourcen ausgehandelt werden. Diese repräsentativen und sozialen Aushandlungsprozesse sind in die neuen Narrative des Europäischen und der Europäischen Stadt eingebettet, die seit dem Ende des Kalten Krieges an Bedeutung gewonnen haben und die Stadtentwicklung von Berlin entscheidend prägten. Aus einer postkolonialen Perspektive, die rassismuskritisch hinterfragt und den Blick auf die Erfahrungen von rassifizierten Gruppen in einer postmigrantischen Gesellschaft richtet, zeigt sich, wie Berlin ein Ort ständiger Verhandlungen über Ressourcen, Zugehörigkeit und die Gestaltung von Stadträumen ist.
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23. April, 18.00-20.00 Uhr (s.t.): (Spiel-)Räume Dekolonialer und Rassismuskritischer Bildung – Ein Podiumsgespräch. Ort: Theaterwerkstatt Pilkentafel (in Präsenz)
Diskutant*innen: Saraya Gomis (Pädagogin und Berliner Staatssekretärin für Vielfalt und Antidiskriminierung a.D.); Medi Kuhlemann (Landeskoordination Schule ohne Rassismus SH), Aljoscha Tischkau (Stadt Flensburg, Kinder- und Jugendbüro), Saman A. Sarabi, (Universität Bremen)
Moderation: Denise Bergold-Caldwell und Inken Carstensen-Egwuom, Europa-Universität Flensburg
Gesellschaftliche Institutionen – und insbesondere Stätten der Bildung wie Universitäten, Schulen, pädagogische Einrichtungen, aber auch Theater und Kunst- und Kulturvermittlung – sind in (post-)koloniale und rassistische Strukturen verwoben. Dennoch ist dies in Deutschland lange nur zurückhaltend thematisiert worden. Langsam, aber doch stetig, kommt dank zunehmender Forderungen der Öffentlichkeit ein Diskurs über koloniale Vermächtnisse und Verstrickungen zustande. So entstehen Möglichkeiten und (Spiel-)Räume der Dekolonisierung. Die Podiumsdiskussion widmet sich diesen (Spiel-)Räumen in der Kinder- und Jugendarbeit, der Schule, der Kunstvermittlung und der Antidiskriminierungsarbeit und versucht auszuloten, wie diese Räume aussehen, wie sie geschaffen und gestaltet, aber auch gehalten werden können angesichts gesellschaftspolitischer Veränderungen und Ressourcenverknappung. Wir werden dabei auch vergangene Bewältigungsstrategien aufrufen, stärkende Momente betrachten und Zukünfte imaginieren, die es uns erlauben trotz einschneidender Momente gemeinsam zu handeln.
8. Mai, 16-18 Uhr (c.t.): İnci Dirim, Universität Wien: Linguizismus in der mehrsprachigen Migrationsgesellschaft, Raum: HEL 067
Abstract:
Ein britischer Akzent im Deutschen klingt in den Ohren vieler Menschen sympathisch und macht neugierig auf die sprechende Person. Andere Akzente führen oft dazu, dass die sprechende Person für ‚dümmlich‘ gehalten wird, und zwar völlig unabhängig vom Gesagten. Der Grund für unterschiedlichen Bewertungen ist der Linguizismus, nämlich eine Form des Rassismus, die in die Kolonialzeit zurückreicht. In dieser Zeit wurden nicht körperliche Merkmale zum Anlass für die Ausgrenzung und Unterwerfung von Menschen bedeutsam gemacht, sondern auch sprachliche. Zwar liegt der Kolonialismus lange zurück, nicht aber das linguizistische Gedankengut, das weiterhin wirksam ist, uns sogar unbewusst beeinflusst. Ziel des Vortrags ist es, die Tradition des Linguizismus und seine heutigen Formen darzustellen, um eine Möglichkeit für linguizismuskritische (Selbst-)Reflexion und linguizismuskritisches Handeln zu schaffen.
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11. Juni, 16-18 Uhr (c.t.): Peggy Piesche, Bundeszentrale für Politische Bildung: Schwarze und queer-feministische Perspektiven in der Hochschul- und politischen Bildung: Widerstände, Visionen und Praxis, Raum: HEL 066
Abstract:
Dieser Vortrag beleuchtet die Bedeutung Schwarzer und queer-feministischer Perspektiven in der Hochschul- und politischen Bildung. Er geht der Frage nach, wie diese Perspektiven hegemoniale Bildungsstrukturen herausfordern und transformieren können, um rassismus-, diskriminierungsfreie und inklusive Lernumfelder zu schaffen. Dabei wird der Fokus auf theoretische Grundlagen sowie praktische Implikationen für Lehrmethoden und Curriculum-Entwicklungen gelegt und das Model der Intersectional Black Studies (InBEST) vorgestellt. Es wird diskutiert, wie Schwarze und queer-feministische Theorien zentrale Fragen der sozialen Gerechtigkeit, Machtverhältnisse und Solidarität in die Bildungslandschaft einbringen und somit einen politischen Anspruch formulieren. Der Vortrag zeigt auf, wie diese Zugänge nicht nur zur Entstehung von Widerstand, sondern auch zu kreativen Visionen für eine gerechtere Zukunft beitragen können.
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Vergangene Termine im Herbstsemester 2024:
15. November 2024, 18-20 Uhr (c.t.): Prof. Dr. Alisha M. B. Heinemann, Universität Bremen Online-Vortrag: "Erziehungswissenschaften dekolonisieren - Eine Einführung"
Abstract: Um über Spielräume dekolonialer Bildung und über postkoloniale Bedingungen zu sprechen, kann eine Einführung in die de- und postkoloniale Grammatik hilfreich sein. In diesem Vortrag geht es daher um eine Einführung in das Verständnis einiger grundlegender Begriffe wie zum Beispiel 'epistemische Gewalt', 'hegemoniale Wissensproduktion', 'gestattet Ignoranz', 'white supremacy', 'koloniale Matrix', Macht-Wissen-Komplexe, Diskurse u.a. Ausgestattet mit diesen Begriffen wird es leichter a) die Rolle der Wissenschaft(en) im Kontext (post)kolonialer Bedingungen nachzuvollziehen, b) gegenwärtige Ungleichheitsverhältnisse kritisch zu hinterfragen und c) Bildungsräume zu nutzen, um produktiv in eben diese Verhältnisse zu intervenieren.
Anmeldelink:
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27. November 2024, 16-18 Uhr (c.t.): Dr. Kim Todzi, Forschungsstelle Hamburgs (post-)koloniales Erbe, Universität Hamburg "Die langen Schatten der Vergangenheit: Kolonialismus und dessen Aufarbeitung in Hamburg". Raum HEL 067 und online
Abstract: Hamburg, selbsternanntes "Tor zur Welt", war zugleich ein Tor zur kolonialen Welt. Doch wie prägte der Kolonialismus Hamburg und wie geht die Stadt heute mit den Spuren ihrer kolonialen Vergangenheit um? Seit einigen Jahren führen gesellschaftliche Debatten zu der Frage, wie eine angemessene Auseinandersetzung mit diesem Erbe aussehen könnte. Im Jahr 2014 entschloss sich Hamburg als erstes Bundesland zu einem Neustart in der postkolonialen Erinnerungskultur und gründete unter anderem die Forschungsstelle "Hamburgs (post-)koloniales Erbe" an der Universität Hamburg. Welche Rolle kann eine wissenschaftliche Institution in Zeiten aufgeheizter Kulturkämpfe spielen? Welchen Stellenwert hat wissenschaftliche Grundlagenforschung in einer postkolonialen Erinnerungskultur?
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11. Dezember 2024, 16-19 Uhr (c.t.): Prof. Dr. Lilith Rüschenpöhler, Norwegian University of Science and Technology Trondheim, "Was bedeuten postkoloniale Perspektiven in Naturwissenschaften und naturwissenschaftlichem Unterricht?" Raum HEL 067 und online
Abstract: Postkoloniale Theorie wird typischerweise in den Geistes- und Sozialwissenschaften diskutiert, während die Naturwissenschaften oft noch als wertfrei wahrgenommen und Machtverhältnisse seltener adressiert werden. Doch was bedeutet es, eine postkoloniale Perspektive auf die Naturwissenschaften und den naturwissenschaftlichen Unterricht einzunehmen? Der Beitrag bietet exemplarische Einblicke in dieses Feld und eröffnet die Diskussion über mögliche Ansätze zur Integration postkolonialer Perspektiven in die Naturwissenschaften.
Anmeldelink:
https://uni-flensburg.webex.com/weblink/register/r7f0872528355a9f69fc664386167840d
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Die Veranstaltungsreihe findet im Rahmen der Campus Gespräche der Europa-Universität Flensburg statt und wird organisiert vom Institut für Erziehungswissenschaften, der Abteilung Integrative Geographie, der Abteilung Deutsch im Kontext von Mehrsprachigkeit und dem Seminar für Geschichte und Geschichtsdidaktik.
Sie wird unterstützt durch das Zentrum für Bildungs-, Schul-, Unterrichts- und Sozialisationsforschung (ZeBUSS) und dem Zentrum für Lehrerinnen- und Lehrerbildung (ZfL)
Abschlusspräsentation eines Forschungsseminares unter der Leitung von Prof. Dr. Jürgen Budde
am Dienstag, 25. Juni 2024, 14:00 - 16:00 Uhr (s.t.) im Gebäude Helsinki, Raum 063
Künstliche Intelligenz und ihre Konsequenzen für Bildung und Gesellschaft
Der Faktor Künstliche Intelligenz (KI) macht eine Neubestimmung von Individuum, Bildung und Gesellschaft unumgänglich. Im Rahmen der Campusgespräche wird aus Sicht verschiedener Disziplinen diskutiert, welche Rolle KI in Bildung und Gesellschaft spielt und zukünftig spielen soll, muss und darf. Wie beeinflusst KI unser Zusammenleben, Lehren und Lernen? Wie verändert sie unsere Vorstellungen von Bildung und Gesellschaft? Die Vorträge befassen sich mit den didaktischen Möglichkeiten und ethischen Aspekten des KI-gestützten Lernens und Lehrens und dem mit der KI verbundenen Transparenzproblem, den gesellschaftlichen Auswirkungen von KI und der zugrundeliegenden Algorithmen sowie den Konsequenzen der digitalen Transformation für gesellschaftliche Zusammenhänge.
Die Vorträge finden immer dienstags von 16:00 (c.t.) bis 18:00 Uhr in HEL 066 statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Webex-link zum Vortrag am 4.6.2024 und am 18.6.24:
Meeting-Link: https://uni-flensburg.webex.com/uni-flensburg-de/j.php?MTID=m24cb0fe39227f601aebd538399d93364
Meeting-Kennnummer: 2780 554 3475 / Meeting-Passwort: CG2024
Flensburger Campusgespräche im Herbstsemester 2022
Zum Selbstverständnis der bundesrepublikanischen Pädagogik gehört es, sich zu einem "Nie wieder Krieg" zu bekennen. Aktuell sehen sich jedoch viele der in Europa eingeübten Sichtweisen auf Krieg und Frieden mit dem Vorwurf der Naivität konfrontiert und scheinen überholt. Zu fragen ist, was es gegenwärtig heißt, pädagogisch für Frieden zu arbeiten? Wie formieren sich Betroffenheiten von der Realität von Krieg neu? Welche Herausforderungen ergeben sich für Kinder, Jugendliche, Pädagog_innen und Bildungssysteme? Wie ist Pädagogik in den gesellschaftlichen Umgangs mit der Realität von Krieg involviert?
Vorträge:
Die Termine finden von 14:15 bis 15:45 Uhr, je nach Pandemielage im Gebäude HELSINKI, Raum 063 oder digital statt
Link zu den Vorträgen
organisiert von Prof. Dr. Marion Pollmanns, PD Dr. Thomas Wenzl, Dr. Sascha Kabel
Selbstimmunisierungstendenzen der qualitativ-rekonstruktiven Bildungsforschung
Ein wesentliches Merkmal des qualitativ-rekonstruktiven Forschungsprozesses ist – zumindest dem Anspruch nach – seine Offenheit. So zielt die qualitativ-rekonstruktive Forschung gegenüber einer hypothesenprüfenden Forschung bekanntlich darauf, erst am Material Theorien zu generieren, mithin "die Sache selbst" zum Sprechen zu bringen.
Gleichzeitig wird im methodologischen Diskurs der qualitativ-rekonstruktiven Forschung durchaus das Problem einer Verzerrung des Forschungsprozesses durch theoretische Bezüge und ggf. damit verbundener Normativitätsprobleme anerkannt und systematisch reflektiert (siehe bspw. ZQF 2/2019). Kaum jemand jedenfalls, der/die an die Fiktion eines theoretisch absolut voraussetzungslosen Forschens glauben würde.
Dieses Spannungsverhältnis zwischen dem Anspruch der qualitativ-rekonstruktiven Forschung, die Sache selbst zum Sprechen zu bringen, und der gleichzeitigen Gefahr, dass sich durch Forscher*innen in den Forschungsprozess Eingebrachtes in ihren Ergebnissen bestätigt, soll in den Campusgesprächen in den Blick genommen werden. Dabei geht es weniger um allgemeine theoretische Klärungen als um themenspezifische Beiträge, die exemplarisch herausarbeiten, wie sich Prämissen, theoretische Grundannahmen, normative Überzeugungen etc. (ungewollt) in den Befunden rekonstruktiver Bildungsforschung reproduzieren. Ohne den Anspruch, die Sache selbst zum Sprechen zu bringen, als hoffnungslos naives Ideal entlarven, oder die Annahme einer (normativen) Eigenlogik der Sache negieren zu wollen, soll problematisiert werden, dass "die Sache" der qualitativ-rekonstruktiven Forschung nicht automatisch und selbstverständlich als "Gegenstand" gegeben ist, der sich als wehrhaft gegenüber den Erkenntnisinteressen der Forschenden erweist.
Vorträge: